Studie: Grundschüler*innen verlieren in der Pandemie deutlich an Lesefähigkeit


Durch die Pandemie haben Grundschüler*innen an Lesefähigkeit eingebüßt. Foto: Victoria Borodinova / pixabay.com

Der Internationale Bund (IB) fordert angesichts einer Studie zur Lesefähigkeit von Kindern aus 4. Klassen eine bessere finanzielle Förderung des deutschen Bildungssystems. Die Universität Dortmund hat herausgefunden, dass die Kompetenz der Schüler*innen, Texte zu lesen und zu verstehen, im Vergleich zu 2016 heute „substanziell geringer“ ist. Im Durchschnitt fehle den Kindern etwa ein halbes Jahr.

Besonders betroffen sind demnach Schüler*innen, die beim Homeschooling schlechtere Bedingungen zum Lernen hatten. Dazu zählen zum Beispiel das Fehlen eines eigenen Schreibtischs oder eine unzuverlässige Internetverbindung. Die Studie zeigt auch auf, dass die Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund aufgrund der fehlenden schulischen Betreuung gelitten haben.

Schlechte Lesefähigkeit hat Auswirkungen auf den weiteren Lebensweg

Für die Untersuchung nahmen insgesamt 4290 Viertklässler*innen an 111 Schulen in ganz Deutschland am Lesekompetenztest Iglu teil. Eine Studie unter Hamburger Kindern der 3. Klasse war im vergangenen Jahr zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Mit den Auswirkungen geringer Lesefähigkeit beschäftigt sich der IB mit Bund, Ländern und weiteren Partnerin im Rahmen der AlphaDekade. Das Jahrzehnt von 2016 bis 2026 wurde zum Aktionszeitraum ausgerufen. Der IB setzt sich in mehreren Forschungsvorhaben und Projekten, unter anderem dem dreijährigen, lebensweltlich orientierten Projekt „Delta-Netz Transfer“, aktiv für die Lese- und Schreibfähigkeit Erwachsener in Deutschland ein. Die entscheidende Schwelle ist dabei, die Zielgruppe zu erreichen und zum Lernen zu aktivieren. Die Lesefähigkeit Erwachsener hat auch Auswirkungen auf die ihrer Kinder, wenn ihnen beispielsweise niemand vorlesen kann.

„Die Pandemie hat einen erheblich negativen Einfluss auf das Bildungssystem. Lesen ist eine absolute Schlüsselkompetenz. Wer hier kein gutes Fundament hat, wird das ganze Leben lang – etwa bei der Suche nach qualifizierter Arbeit – Nachteile haben. Deshalb fordern wir mehr finanzielles Engagement des Staats, um Kinder dabei zu unterstützen Lernrückstände aufzuholen“, sagt der IB-Vorstandsvorsitzende Thiemo Fojkar.


Spendenaktion

Die Stiftung des Internationalen Bundes sammelt nach wie vor Geldspenden, um Menschen zu unterstützen, die aus der Ukraine nach Polen geflohen sind.  Nähere Angaben dazu sowie viele weitere Informationen zum Thema gibt es hier.

Jetzt hier spenden!

Kontaktdaten unseres Presse-Teams:


Dirk Altbürger
Pressesprecher

Telefon: +49 69 94545-107
E-Mail senden

Matthias Schwerdtfeger
Stellvertretender Pressesprecher

Telefon: +49 69 94545-108
E-Mail senden

Angelika Bieck
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: +49 69 94545-126
E-Mail senden


Kontaktformular öffnen

Mail-Programm öffnen (sofern konfiguriert) oder E-Mail-Adresse anzeigen

Mail-Programm E-Mail